Bürgerversammlung in Faulbach

„Es sieht so aus, als könne nun tatsächlich anfangen, sich etwas zu bewegen.“, so das Fazit von Johannes Müller, 1. Sprecher der Bürgerinitiative Wir für Hadamar.
 
Die WfH hatte zu der Veranstaltung aufgrund der verhärteten Lage zwischen den Faulbacher Bürgern und der Hadamarer Stadtverwaltung in das Scheunencafé in Faulbach eingeladen.
 
„Unser Ziel war es, die Beteiligten im ersten Schritt an einen Tisch zu bringen, an dem sowohl der berechtigte Unmut der Faulbacher Familien einen Platz hat aber die Situation auch durch eine hochstehende fachliche Begleitung direkt eine sachliche Einschätzung erfahren kann.“, erläutert Müller. Dazu stand als Referent Verkehrsplaner Prof. Dr.-Ing. Christoph Hupfer von der Uni Karlsruhe zur Verfügung. Anhand einer ausführlichen Präsentation analysierte Hupfer -der als ehemaliger Limburger Domsingknabe sein Abitur in Hadamar machte- anschaulich die äußeren Gegebenheiten der Ortsdurchfahrt Faulbach, die Stellungnahmen des Landkreises als Baulastträger und letztlich entscheidende Stelle, des Regionalen Verkehrsdienstes der Polizei, die rechtlichen Grundlagen sowie vorhandene Lösungsmöglichkeiten. Peter Wilhelmy, dem anwesenden Leiter des Ordnungsamtes und der Hadamarer Straßenverkehrsbehörde bescheinigte er: „Ich kann sagen, dass die Verwaltung vor Ort hier nicht der Bremser ist. Das kann ich anhand der guten Zusammenarbeit im Vorfeld des heutigen Abends und den mir zur Verfügung gestellten Unterlagen gut einschätzen.“. Gleichzeitig gäbe es auch eine ganze Reihe harter Fakten, die das Unsicherheitsgefühl der Faulbacher, die auf eine niedrigere Durchfahrtsgeschwindigkeit und eine sichere Querungshilfe drängen, aus fachlicher Sicht untermauern und eindeutig die Genehmigung von sachlich angezeigten Verbesserungen begründen. Und zwar in Entsprechung mit dem geltenden Verkehrsrecht.
 
Hierbei sind für den Fachmann noch nicht einmal die von den Faulbachern angeprangerten Geschwindigkeitsübertretungen das Hauptargument. Denn schon bei einer ganz korrekt gefahrenen Geschwindigkeit von 50 km/h muss ein Fußgänger am Gehwegrand eine Strecke von 111 Metern unverstellt einsehen können, damit er beim Überqueren der Straße nicht schon automatisch auf Kollisionskurs mit einem herannahenden Auto ist – das nicht zu schnell fährt. Diese Strecke legt ein Fahrzeug nämlich in der Zeit zurück, die der Fußgänger für die Überquerung der Straße benötigt.
Gerade auf Höhe der Bushaltestelle ist das oft ein riskantes Unterfangen. Wegen aufgestellten Altkleider- und Glas-Containern parken regelmäßig Autos auf beiden Seiten der Straße und behindern die Sicht erheblich. Für die vielen Kinder auf ihrem Weg zum und vom schönen, großen und direkt angrenzenden Spielplatz wegen ihrer geringen Körpergröße in gefährlichem Maße – ebenso für die Schulkinder beim täglichen Ein- und Aussteigen aus dem Bus.
 
Amtsleiter Wilhelmy hofft, dass die vom Magistrat vorgeschlagenen Aufstockungen bei Personal und Ausrüstung seines Bereichs auch mit dem neuen Doppelhaushalt beschlossen werden: „Ein weiterer Ordnungspolizist und ein weiteres Gerät zur Geschwindigkeitsüberwachung bringen natürlich die Möglichkeit einer besseren Kontrolle im ganzen Stadtgebiet. Für Faulbach kann ich sagen, dass der heutige Abend einige auch mir bislang nicht bekannte neue Aspekte geliefert hat. Und als erste kurzfristig umsetzbare, konkrete Maßnahme kann ich zusagen, dass das durch die Container verursachte Problem gelöst wird und wir einen besser geeigneten Platz für sie finden werden“.
Dabei allein sollte es aber nicht bleiben. In einer Zusammenarbeit mit umliegenden Universitäten und Fachhochschulen sieht Hupfer auf Nachfrage eine gute, ebenso praxisnahe wie kostengünstige Möglichkeit, die Verkehrssituation mittelfristig für ganz Hadamar inkl. aller Stadtteile zu verbessern. Genau dafür hatte die WfH bereits im vergangenen Jahr in einem formulierten Antrag geworben. „Wir hoffen damit nun auch auf eine größere Akzeptanz in der Hadamarer Politik für ein solches Projekt und werden es den Stadtverordneten jetzt zügig erneut vorlegen – zusätzlich zu unserem aktuellen Antrag, im Haushalt Mittel zur Steigerung der Verkehrssicherheit in Faulbach einzustellen. Das als Stadtverordnetenversammlung geeint zu beschließen, wäre ein starkes Signal in alle Richtungen.“, schließt Johannes Müller mit einem Appell an die anwesenden Vertreter aller Hadamarer Parteien und politischen Gruppierungen.